Sind berufstätige Frauen gleich die schlechteren Mütter? Habe ich als berufstätige Mutter denn genügend Zeit für die Erziehung? Oder soll ich besser Vollzeit Mama sein und zu Hause bei den Kindern bleiben. Ist eine Kinderkrippe sinnvoll? Hilfreiche Tipps zur Familien Gestaltung und Planung der Erziehung findest du in diesem Blogpost. Familienleben mit berufstätigen Eltern, Familienleben in Erziehungszeit, Elternzeit und Mutterschaft, Väter in Elternzeit oder Erziehungsurlaub, Karriere als Mutter, working mom comma familienfreundlicher Job für junge Familien, Frauensache Blog,

Gute Mütter arbeiten nicht… oder doch?

Dieser Blogpost kommt von Herzen und richtet sich an alle Vollzeitmütter, berufstätige Mamas, Väter oder Mütter in Elternzeit oder an die jenigen, die hin und wieder an sich und ihren Entscheidungen zweifeln.

Working mum oder lieber cooking mum?

Sprüche, wie: „Na, dass DIE mal wieder 3 Kuchen für das Kindergartenfest gebacken hat, war ja klar. Diese Übermutter geht ja auch nicht arbeiten… Die hat ja auch Zeit für so was…“ oder „Findest du nicht, ein Aushilfsjob genügt auch. Deine Kinder kommen etwas zu kurz. Nicht, dass sie dir eines Tages entgleiten… Die verlorene Zeit mit deinen Kindern gibt dir niemand mehr zurück.“ kommen euch bekannt vor? Ihr habt manchmal ein schlechtes Gewissen gegenüber eurer Kinder und es gibt Tage, da fühlt sich der Gang zur Arbeit an, wie für manch einen der Urlaubsbeginn? Darf das so sein? Seid ihr deshalb gleich schlechte Mütter? – An dieser Stelle gibt es von MIR ein ganz klares „JA, DAS DARF SEIN UND NEIN, DAS SEID IHR NICHT!“

Mal unter uns Müttern…

Sind berufstätige Frauen gleich die schlechteren Mütter? Habe ich als berufstätige Mutter denn genügend Zeit für die Erziehung? Oder soll ich besser Vollzeit Mama sein und zu Hause bei den Kindern bleiben. Ist eine Kinderkrippe sinnvoll? Hilfreiche Tipps zur Familien Gestaltung und Planung der Erziehung findest du in diesem Blogpost. Familienleben mit berufstätigen Eltern, Familienleben in Erziehungszeit, Elternzeit und Mutterschaft, Väter in Elternzeit oder Erziehungsurlaub, Karriere als Mutter, working mom comma familienfreundlicher Job für junge Familien, Frauensache Blog,

Ich habe zwei Kinder und beide Lebenslagen durchlebt. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Für die Arbeitenden unter uns: Klar gibt es Tage, Wochen und manchmal Monate, da steht einem das Wasser bis zum Hals. Der Haushalt bleibt liegen, Klassenarbeiten stehen an, Freizeitaktivitäten der Kids müssen organisiert werden… Die Kids sind erkältet oder haben Magen- und Darmprobleme und nach der 3. frisch bezogenen Matratze, dem 5. ausgespülten Kotzeimer mitten in der Nacht, können die Nerven schon mal blank liegen, wenn man dann auf die Uhr schaut und feststellt, dass die Nacht in 3 Stunden endet und es bald zur Arbeit geht, da diesmal Papa dem Arbeitgeber einen Betreuungsschein vorlegt und zu Hause Krankenschwester spielt. Denn der Job und der Lebensstandard, den man sich mit zwei berufstätigen Erwachsenen aufgebaut hat, soll ja auch bestehen bleiben… Der Job… Er ist doch so wichtig… Für die Familie und ja, auch für mich. Oder? Oft kommt man völlig übermüdet zur Arbeit und muss mit vollster Konzentration bei der Sache sein. Schnell und manchmal weniger schnell ist man dann in seinem Workingflow angekommen und spürt irgendwie, wie der Körper runterfährt und sich das Gemüt sogar etwas entspannt. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen? Meine Kinder sind krank und ich bin am Arbeitsplatz… Auch heute geht es mir manchmal noch so. Dann plagt mich ein schlechtes Gewissen. Obwohl ich doch weiß, dass Papa sich wunderbar um den oder die kleinen Patienten kümmern kann. Vielleicht passen ja auch Oma und Opa mal auf. Wer sagt denn gleich, dass nur Mama zu Hause bleiben muss? Die Nachbarn? Mamas, die doch sowieso nicht arbeiten gehen, da sie vielleicht sogar durch das Gehalt ihrer Männer gut abgesichert sind? Fragen über Fragen und zwischendrin Gewissensbisse und dann noch der Anstandswauwau. Man versucht dann diese Gedanken irgendwie beiseite zu schieben. Sind dann die Kinder wieder gesund, bleibt zu hoffen, dass nicht irgendwer wieder rückfällig wird.

An anderen Tagen ruft die Spätschicht. In dieser Woche sehe ich meine Kinder morgens nach dem Aufstehen, bis sie das Haus verlassen und abends nach acht ganz kurz, bevor sie zu Bett gehen. Oft haben sie dann auch schon zu Abend gegessen. Dann vermisst man seine Kids quasi eine komplette Woche am Stück.

So wichtig und intensiv kann die Qualitätszeit mit den Kindern und berufstätiger Mutter sein

Umso intensiver können wir aber die gemeinsame Zeit genießen, die uns am Wochenende bleibt. Dann ist ein einfaches „Mensch ärgere dich nicht- Spielen“ ein richtiges Event. Mit gemischten Gefühlen sitze ich anfangs beim Spieleabend am Tisch und sehe, wie gut meinen Kindern diese Qualitätszeit tut. Oft wünsche ich mir mehr, dieser Momente mit ihnen. Viel mehr! Das geht leider nicht immer. Aber die Hausfrauen und Mütter, die immer zu Hause sind… Die haben doch so viel Zeit mit ihren Kindern… Oder? Da muss es doch eigentlich total harmonisch und geregelt zugehen. War meine Entscheidung, arbeiten zu gehen wirklich DIE RICHTIGE? Selbstzweifel kommen auf und die sind auch ganz normal! Ich verrate euch jetzt mal was: Auch Mütter, die nicht arbeiten gehen haben sie!

Sind berufstätige Frauen gleich die schlechteren Mütter? Habe ich als berufstätige Mutter denn genügend Zeit für die Erziehung? Oder soll ich besser Vollzeit Mama sein und zu Hause bei den Kindern bleiben. Ist eine Kinderkrippe sinnvoll? Hilfreiche Tipps zur Familien Gestaltung und Planung der Erziehung findest du in diesem Blogpost. Familienleben mit berufstätigen Eltern, Familienleben in Erziehungszeit, Elternzeit und Mutterschaft, Väter in Elternzeit oder Erziehungsurlaub, Karriere als Mutter, working mom comma familienfreundlicher Job für junge Familien, Frauensache Blog, Kind und Karriere

Ich habe eine fast voll ausgeschöpfte Elternzeit zu Hause verbracht. Auch ich habe mir Sätze, wie „Die „verlorene“ Zeit mit deinem Kind gibt dir niemand mehr zurück!“ und „Willst du die ersten Schritte deines Kindes wirklich verpassen?“ sehr zu Herzen genommen und mich schon bei dem Gedanken daran, mein Kind in der Kinderkrippe „abzustellen“, schlecht gefühlt und mich sodann dazu entschlossen, zu Hause zu bleiben. Zugegeben, das ist schon schön, regelmäßig, pünktlich und immer frisch kochen zu können, Zeit für lange Spaziergänge und den Spielplatz zu haben. Und meine WOHNUNG!! Sie war immer aufgeräumt. Man ist doch zu Hause, arbeitet nicht und dann muss doch alles Tip Top sein. Kuchen backen, Drei-Gänge-Menüs kochen, Wäsche waschen und bügeln, Pampers wechseln, den Krümel füttern und baden, Staub wischen und Fenster putzen wurden zu meinen heimlichen Hobbies. Auf Zeit… Irgendwann fehlte mir die Abwechslung. Plötzlich bist du nur noch die Hausfrau und Mutter, die ihren Job gut macht. Es gibt Frauen, die haben darin ihre Berufung gefunden. Ich habe auch diese Zeit sehr genossen. Es war eine tolle Zeit und ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht erst um seinen Sommerurlaub „aushandeln“ muss, damit beide Elternteile gemeinsam mit den Kindern verreisen können. Spontane Ausflüge, wenn der Lebensgefährte frei hat waren tatsächlich möglich. Es war auch wunderschön, meine Familie stets mit Leckereien aus der Küche verwöhnen zu können. Sicher gab es auch hier unzählige schlaflose Nächte mit Schnupfen, Husten, Fieber etc… Und nein, zu Hause sein heißt wahrlich nicht „NICHT ARBEITEN“. Die Hausfrauen müssen jetzt wohl etwas schmunzeln. 😉 Aber irgendwann wurde das alles so alltäglich und selbstverständlich. Zumindest kam in mir irgendwie das Gefühl auf. War ich wirklich noch so ausgeglichen und fühlte ich mich als „Teil vom Ganzen“? -Irgendetwas fehlte mir. Von Tag zu Tag mehr.

Jetzt, als vollzeitberufstätige Mutter kann ich sagen: Es fehlte mir der Job. Die Abwechsung zum Familienalltag. Eine weitere Herausforderung… Ich weiß, ich werde als Mutter geliebt und gebraucht. Doch nun weiß ich, dass ich auch im Job, so ganz einfach als die nette Blumenfee gebraucht werde. AUCH das ist meine Berufung und ich schaffe den Spagat. Nein, WIR schaffen den Spagat gemeinsam. Meine Kinder sind ausgeglichener mit einer zufriedenen Mama, die als Blumenfee auch noch andere Menschen glücklich machen kann. Dank Fortuna darf ich in  einem familienfreundlichen Unternehmen arbeiten, was mir zusätzlich ein gutes Gefühl gibt. 😘

Aber was ist denn jetzt besser? Arbeiten oder zu Hause bei den Kindern bleiben?

Hier gibt es kein Patentrezept für eine glückliche Familie und eine ebenso glückliche Mama. Was ich euch mit auf den Weg geben möchte ist:

Ganz egal, wozu ihr euch entscheidet,

  • ob Papa in Elternzeit geht (Immer mehr Väter nutzen die Möglichkeit auf eine Elternzeit und ja, manchmal muss man auch darauf achten, ob es sich finanziell lohnt oder nicht -wir sind im wahren Leben und nicht in einem Erziehungsratgeber😉) …
  • ob das Kind in eine Kinderkrippe geht, weil ihr arbeiten gehen müsst, möchtet oder wie auch immer
  • ob ihr Ladies alleinerziehend seid und für euch selbst gerade deshalb entschieden habt, arbeiten zu gehen oder genau deshalb nicht arbeiten gehen könnt
  • oder ob ihr zu Hause bleiben möchtet oder vielleicht sogar müsst, weil euer Kind vielleicht eine Krankheit hat oder ihr mehrere Kinder habt und es zeitlich gar nicht schafft, arbeiten zu gehen…

Wichtig ist, dass ihr euch mit dieser Entscheidung wohlfühlt. Hört auf euer Herz und lasst euch dieses Gefühl nicht zerstören, nur weil irgendwer irgendwo irgendwie glaubt, es besser zu wissen.

Und die anderen Mütter in der Kita oder in der Schule? Die, die immer zu Hause sind… Was sollen die von mir denken? Oder die berufstätigen Karrieremamas, die ihre Kinder mit ihren tollen Fingernägeln top gestylt im BMW von der Kita abholen kommen? Was denken die über mich Hausmütterchen?

Zum Schluss möchte ich euch alle sensibilisieren. Ein aufschlussreiches Gespräch mit meiner Freundin „Lieblingsines“ hat mich zum Nachdenken gebracht…

Lasst uns alle Eltern feiern und froh darüber sein, dass es die Mamas gibt,

  • die sich mit viel Liebe, Energie, Eifer und hochgekrempelten Ärmeln in die Backküche stürzen, um einen Kuchen mehr als gewünscht für die Kita zu backen, weil die eine oder andere berufstätige Mama es leider nicht geschafft hat, auch einen Kuchen zu backen,
  • dass es die Mamas gibt, die EURE Kinder nach der Schule noch kurz mit nach Hause nimmt, weil ihr im Feierabendverkehr steckt,
  • dass es die Mamas gibt, die zu Hause sind und die sogar anbieten, das Geschwisterkind gleich zum Spielen mitzubringen, sodass ihr noch schnell einkaufen gehen könnt, weil ihr die ganze Woche nicht dazu gekommen seid (Spätschicht 😉),
  • seid froh, dass es Mamas und Papas gibt, die ein Schulfest oder Kindergartenfest aufbauen können, während ihr nicht könnt…
  • und Vollzeitmamas, die ihr für uns Workingmums eine wahre Bereicherung seid, freut euch mit uns, dass wir auch einen tollen Job machen und
  • auch als Mama eine berufstätige Erzieherin eurer Kinder sein können,
  • auch als Mama eure Friseurinnen des Vertrauens sind,
  • auch als Mama die Lehrerinnen oder Lehrer eurer Kinder sind,
  • und zum Beispiel auch die Floristinnen sind, die trotz Kindern zu Hause den Blumenstrauß, den der Papa euch zum Muttertag schenkt, frisch und mit Liebe binden.
  • Es könnte eine berufstätige Mama sein, die EURE Kinder in der Säuglingsstation liebevoll betreut…

Wir können einander bereichern! Netzwerkt im wahren Leben miteinander und unterstützt euch bei euren Entscheidungen.

Vergesst Gewissensbisse und Zweifel! Ihr seit alle GROSSARTIG, denn ihr habt es alle geschafft, das größte Wunder der Welt zu vollbringen!

💜💜EURE KINDER💜💜

Wie handhabt ihr das mit eurem Familienleben? Lieber arbeiten gehen oder doch zu Hause bleiben? Erzählt es mir in den Kommentaren.

Bis bald,

💜💜💜EURE TINE💜💜💜

4 Gedanken zu “Gute Mütter arbeiten nicht… oder doch?

  1. matthiasnowak schreibt:

    Danke für diesen Text! Ich habe selbst als Vater dreimal Elternzeit gemacht und während dieser Phasen unheimliche Vorurteile von allen Seiten gehört (egal ob andere Mütter, Väter, Kollegen und Kolleginnen) Ich hatte in immer das Gefühl, es herrscht ein Glaubenskrieg in der Gesellschaft über das Richtig und Falsch von Erziehung. Dabei gibt es wenig richtig oder falsch. Kinder groß zu ziehen, heißt auch sich auf einem Weg zu sich selbst zu begeben und da spielt Leidenschaft, Herz und auch Verstand eine große Rolle. Man sollte nicht immer nach den anderen schauen, sondern sich selbst gerecht werden und ja anstatt sich dem Glaubenskrieg hinzugeben, sollten man sich lieber mit anderen Eltern über deren Erfahrungen reden.

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    • Christine schreibt:

      Lieber Nachnamensvetter,

      wie RECHT du doch hast! 3 Mal Elternzeit… Großartige Leistung, Daddy!
      Ich finde das immer ganz besonders spannend, wenn Väter diese Erfahrung machen konnten. Das verschafft ihnen oftmals einen ganz anderen Blickwinkel. Und plötzlich sitzt man mit einem Mann am Tisch, mit dem man über „Frauensachen“ sprechen kann, wie mit der besten Freundin. 😉 Sehr schön!

      Liebe Grüße aus dem Saarland,

      Tine

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      • matthiasnowak schreibt:

        Hi Tine! Das ist ja witzig! Habe ich gar nicht gesehen, dass wir den Nachnamen gemeinsam haben. Der Name ist ja nicht so weit verbreitet. Da freut es mich umso mehr hier jemanden zu treffen, der ihn trägt.

        Vielen Dank auch für Deinen Zuspruch. Ich hatte keinen Lob erwartet, da ich persönlich es als selbstverständlich sehe, dass ich meinen Teil als Vater und Partner dazu beitrage. Mir war es wichtig, dass meine Frau wieder schnell in ihren Beruf zurück kann. Ich kenne als Vater die Zeiten als es die jetzige Elternzeitregelung noch nicht gab und fand es fürchterlich, wie sehr meine damalige Partnerin in ihren Wahlmöglichkeiten eingeschränkt war. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich niemals mehr wie drei Monate Elternzeit machen konnte oder wollte. Trotzdem glaube ich, dass ich meiner Frau damit echt helfen konnte. Und natürlich war es sehr schön, die Zeit mit den Babys zu verbringen. Und ich hoffe auch, dass ich in der Zeit durch die andere Perspektive einen anderes Verständnis für die Verantwortung und Rolle meiner Partnerin entwickelt habe. Es ist verdammt anstrengend und auch fordernd, wenn der Tag daraus besteht, ein brabbelndes, schreiendes, hungriges und immer waches Kind zu „bemuttern“ und man keine Sekunde Ruhe findet. Ich finde es Klasse, wenn du mich als Typ betrachten kannst, mit dem man über solche „Frauensachen“ reden kann. Leider habe ich auch erlebt, dass Frauen mich als Konkurrenz erleben und mich am Tisch nicht dabei haben wollten.

        Liebe Grüße aus Mittelhessen

        Matthias

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